Die Niederflurstraßenbahn (NF2)

Die 42 neuen Straßenbahnen für Essen und für Mülheim (27 + 15) basieren auf den bisherigen M8D-Niederflurwagen der ersten Generation, entsprechen den aktuellen Normen und sind voll klimatisiert. Sie werden am Bombardier-Standort in Bautzen gefertigt. Die elektrische Ausrüstung kommt aus dem Werk Mannheim, die Drehgestelle aus Siegen. Für die neuen Flexity Bahnen von Bombardier wird auf bewährte Technik gesetzt. Heißt: 70 Prozent Niederflurtechnik, Drehgestelle und bewährte und erprobte Komponenten. Niedrige Standzeiten bei Reparaturen und Instandsetzungen sowie eine hohe Standardisierung, um nicht wochenlang auf Spezial-Ersatzteile warten zu müssen. Kurz gesagt: Die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus der Bahnen standen ganz oben auf der Anforderungsliste der neuen NF2.

Gleichwohl muss die seit 2011 gültige neue Europa-weite Crash-Norm für Schienenfahrzeuge erfüllt werden, die einen erhöhten passiven Schutz der Fahrgäste und des Fahrers bei möglichen Unfällen zum Ziel hat. Bombardier hat deswegen eine komplett neue Rahmenkonstruktion für die Flexity Essen entwickelt, die so zum ersten Mal in einem von Bombardier gebauten Fahrzeug Verwendung findet. Das neue Fahrzeug wird mit knapp 30 Metern zudem knapp zwei Meter länger und mit 42 Tonnen auch ca. sechs Tonnen schwerer werden als die vorhandenen 34 Bahnen vom Typ M8D-NF 1. Stärkere bzw. mehr Bremsen und stärkere Achsen müssen konstruiert werden.

Zudem hat die NF2 mit 64 Sitzplätzen vier weniger als ihre Vorgängerin, dafür aber vier Klappsitze mehr (nämlich sechs) und 108 Stehplätze (NF1: 91). Im Oktober 2014 gingen die ersten beiden Vorserienfahrzeuge in Essen auf Strecke und seit 2015 folgen im 1,5-Wochenrhythmus die Serienfahrzeuge für Essen und Mülheim.